Seinerzeit
Mittwoch, Mai 13th, 2009Am vergangenen WE war bei uns “Seinerzeit-Fest” zum 100jährigen Bestehen unserer Pfarrkirche. Wie es sich gehört, hat die Sonne alles gegeben! Und das ganze Dorf war auf den Beinen.
Es wurde das Bringen der Kirchenglocken nachgestellt und ein Kirchturmbrand, den die Feuerwehr in alten Uniformen bekämpfte. Das DLRG hatte die Spielstaße in ihrer Verantwortung. Und aktive Ministranten/innen veranstalteten eine “Mini(stranten)-Ralley”, bei denen die Kinder ihr Wissen ums “Ministrant sein” zeigen konnten. Natürlich gab es auch Führungen durch die Kirche.
Der Glockenturm war zur Besteigung freigegeben. Ein unglaublicher Andrang - jeder wollte das “Örtle” von oben sehen. Am späteren Nachmittag gab der Bürgermeister bekannt, daß man keine Karten mehr verkaufen könne, weil man das Fest sonst verlängern müßte…
Ebenso war es mit den Speisen. Es gab Schmalz- und Mettbrote, Blutwurst und dergleichen. Wie eben zu Seinerzeit. Ungefähr zur selben Zeit, als der BM das Ende des Eintrittskarten-Verkaufs bekannt gab, ging es mit der Flüsterpost durch die Menge “das Essen wird knapp!”
Auch die gespendeten Kuchen reichten nicht und Frauen gingen nach Hause, um ihre Sonntagskuchen zu holen, damit auf dem Fest noch Kuchen gegessen werden konnte. DAS ist es, warum ich so froh bin auf dem Land zu leben. Hier gibt es Zusammenhalt und ein Hand in Hand arbeiten, erst recht wenn es um das Gemeinwohl geht!
Ich liebe die Provinz, auch wenn es für uns keinen sichtbaren Unterschied zwischen Schluppen und Schleifen gibt!
Achso, der eigentliche Grund, warum ich das schreibe: das Fest war ein “Probelauf” für das große Gemeindefest in zwei Jahren, das auch wieder “Seinerzeit” angesiedelt wird. Und meine Tochter und ich dann in Kleidern der Jahrhundertwende flanieren wollen! Ich hab ja zwei Jahre Zeit, sie zu nähen!
italienische Vokabel: la festa - das Fest